9. Oktober 2011 - Kalenderblatt

130. Geburtstag von Victor Klemperer

Victor Klemperer (1952)Deutscher Literaturwissenschaftler und Schriftsteller    

*  9. Oktober 1881 in Landsberg an der Warthe
† 11. Februar 1960 in Dresden  

Er war das achte und jüngste Kind einer  Rabbinerfamilie. Er liebte die großen französischen Aufklärer: Voltaire, Montesquieu und Diderot. Seit 1920 war er Professor für Romanistik an der Technischen Hochschule Dresden. 1935 wurde er  entlassen.

Damals hoffte er noch, sein Werk zur Geschichte der französischen Literatur fortsetzen und beenden zu können. Als ihm wie allen Juden in Deutschland die Benutzung von Bibliotheken und das Abonnieren von Zeitungen und Zeitschriften verboten wurde, arbeitete er insgeheim an seinen Tagebüchern und an einer Studie zur Sprache der Hitlerdiktatur. LTI hieß das Codewort: Lingua Tertii Imperii, Sprache des Dritten Reiches. Eine Freundin seiner Frau versteckte die losen Blätter in ihrer Wohnung.

»LTI. Notizbuch eines Philologen« gehört zu den wichtigsten Büchern der ersten Nachkriegsjahre. Es beschreibt die Ziele und die Ergebnisse der Spachregelung in Deutschland von 1933 bis 1945 und warnt die Nachgeborenen:

»Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da.« (LTI : Notizbuch eines Philologen / Victor Klemperer. - Frankfurt am Main, Wien, Zürich: Büchergilde Gutenberg, 2004. - Seite 27)

»LTI« wurde 1947 im Aufbau Verlag erstmalig veröffentlicht und bis heute immer wieder nachgedruckt und in viele Sprachen übersetzt.

Foto: Commons:Bundesarchiv

Bücher von und über Victor Klemperer in der Peter-Weiss-Bibliothek

Mehr über Victor Klemperer bei Wikipedia

Zurück